www.parkinson-gesellschaft.de.de www.parkinson-gesellschaft.de.de Logo Deutsche Parkinson Gesellschaft

Aktuelles

Die DGN warnt vor einer neurologischen Unterversorgung alter Patienten

Altersmedizin – ohne Neurologie nicht möglich ©shutterstockDie Versorgung der wachsenden Zahl alter Patienten in Deutschland ist inzwischen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt worden. Im medizinischen Bereich wird die Geriatrie als Lösung für diese Patienten gesehen. Welche Fachkompetenzen müssen Geriater überhaupt mitbringen?

Altersmedizin ist ohne Neurologie nicht möglich. Obwohl zwei Drittel aller altersbedingten Störungen von Neurologen behandelt werden müssten, ist dieses Fachgebiet noch nicht ausreichend in die Diskussion eingebunden. Tatsächlich aber arbeiten viele neurologische Kliniken und Abteilungen wegen der vielen hochbetagten Patienten bereits wie geriatrische Einrichtungen, werden als solche jedoch nicht anerkannt. Dabei wäre dies nur ein kleiner Schritt, denn Neurologen arbeiten bereits im interdisziplinären Team ganzheitlich und sozialmedizinisch, wissenschaftlich fundiert und rehabilitativ. „Diese Situation einer Undercover-Geriatrie durch Neurologen ist äußerst unbefriedigend und muss sich grundlegend ändern“, fordert Prof. Dr. Martin Grond (Siegen), 3. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, heute auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Hamburg.  „Eine Geriatrie ohne Neurologie ist nicht vorstellbar!“ Sonst sind die Leidtragenden die Patienten, da ihnen die neurologische Fachkompetenz vorenthalten bleibt.

Mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung für alte Patienten

Die Menschen werden immer älter und ihre Versorgung gilt als große Herausforderung für das Gesundheitssystem. In den kommenden 20 Jahren wird der Anteil von Menschen über 65 Jahren von jetzt 20 auf mehr als 30 Prozent zunehmen. Es gilt, ihre Lebensqualität und Selbstbestimmung zu sichern, etwa bei der Behandlung und Betreuung von Schlaganfall- oder Demenzerkrankungen sowie bei der Sturzprävention.

In der Altersgruppe über 65 liegen die teuersten Krankheiten im neuropsychiatrischen Bereich mit etwa 1000 Euro pro Einwohner im Jahr, ab 85 Jahren schnellen diese Ausgaben sogar auf rund 6000 Euro in die Höhe. Die Hälfte bis zwei Drittel aller geriatrischen Diagnosen sind neurologisch: Schlaganfall oder seine mildere Form, die TIA (Transiente Ischämische Attacke), sowie Schmerzen, Schwindelsyndrome, Schlafstörungen, neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder die Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, kognitive Störungen und Polyneuropathien als Folge von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. „Einen Geriater ohne neurologische Kompetenzen kann und darf es eigentlich nicht geben", so Grond. Die Realität sieht aber anders aus: Die meisten geriatrischen Abteilungen werden von Internisten ohne neurologische Weiterbildung geleitet.

„Die meisten Neurologen arbeiten heute schon in der Altersmedizin – ohne dafür anerkannt zu werden", so Professor Martin Grond. Eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Neurologie im Februar 2012 unter den leitenden Ärzten aller 468 neurologischen Einrichtungen in Deutschland zeigt, dass mindestens 120 bereits eine geriatrische Zusatzbezeichnung besitzen oder entsprechende Kompetenzen im Team haben. Weitere 60 Befragte waren im Begriff, diese „Zusatzbezeichnung  Geriatrie" zu absolvieren. Fast 90 Prozent der antwortenden neurologischen Klinikchefs wünschten sich eine intensivere Weiterbildungsmöglichkeit, die in einen Facharzt für Neurologie und Geriatrie mündet. In einem weiteren Umfrageergebnis sieht Grond den Hinweis, dass die geriatrischen Kompetenzen von Neurologen derzeit noch deutlich unterschätzt werden: Jeder vierte Antrag zur Weiterbildungsermächtigung – also der Möglichkeit, andere Ärzte in Geriatrie auszubilden, – wurde von den zuständigen Ärztekammern abgelehnt. „Das grenzt schon an Diskriminierung", so Grond.

Die beste Lösung wäre, dass sich die drei Fächer Neurologie, Psychiatrie und Innere Medizin an einen Tisch setzen und sich über eine gemeinsame Lösung für einen Facharzt für Geriatrie verständigen – nicht im Sinne von Standesinteressen, sondern ausschließlich zum Wohl der Patienten, die ein Recht auf das gesamte Spektrum der Altersmedizin haben.

(26. September 2012)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie DGN, Meldung vom 26. September 2012

 

Volltextsuche

lupe






Stellenangebote Parkinson

arrow rightalle Stellenangebote

Vorschau


16.08.2019
Märkische Kliniken Lüdenscheid
Assistenzarzt (m/w/d)


14.08.2019
Kliniken Beelitz
Facharzt (m/w/d)


14.08.2019
Kliniken Beelitz
Assistenzarzt (m/w/d)


08.08.2019
LVR-Klinik Bedburg-Hau
Assistenzarzt (m/w/d)


08.08.2019
LVR-Klinik Bedburg-Hau
Facharzt (m/w/d)


07.08.2019
St. Josef Krankenhaus Essen-Kupferdreh
Assistenzarzt (m/w/d)


05.08.2019
Fachkrankenhaus Jerichow
Leitender Oberarzt (m/w/d)


02.08.2019
Krankenhaus St. Elisabeth Damme
Oberarzt (m/w/d)


31.07.2019
Universitätsklinikum Augsburg
Assistenzarzt (m/w/d)



 

In Kooperation mit dem "Stellenmarkt Neurologie"

Parkinson-Wegweiser

Ausführliche Linkliste zu Forschung, Patientenorganisationen und Kliniken

wegweiser

arrow rightzum Parkinson-Wegweiser






Kongresskalender

22. bis 26. September 2019, Nizza, Frankreich
International Congress of Parkinson’s Disease and Movement Disorders

25. bis 28. September 2019, Stuttgart
92. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

arrow rightalle Termine



Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Funktionalität zu bieten. Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden. Für weitere Informationen schauen Sie bitte in unsere Datenschutzerklärung.

Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Funktionalität zu bieten. Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden. Für weitere Informationen schauen Sie bitte in unsere Datenschutzerklärung.